.coming out. was ist nur los mit mir? Ich schau’ den anderen nach dem Turnunterricht beim Duschen zu und finde es geil, sie nackt zu sehen. Das andere Geschlecht interessiert mich kaum, auch wenn ich es mir ständig einrede. Bin ich homosexuell? Nein das ist doch bestimmt nur eine Phase... Vielleicht ist es ja nur eine Phase, aber was, wenn nicht? Je länger du nicht zu dir selbst stehen kannst, desto schlimmer kann es werden. Du solltest ehrlich zu dir selbst sein. Tu das, was du für richtig hältst und akzeptier’ dich so, wie du bist!!! Und ist es auch nur eine Phase, wieso lebst du sie nicht aus und genießt sie? Wieso machst du dir Gedanken darüber, ob es „falsch“ ist? Die Fähigkeit zu lieben ist was Besonderes und macht vor keinem Halt. Warum überlegst du dann, ihr einen Riegel vorzuschieben? Ob du nun auf Männer, Frauen oder beides stehst, es ist OK. wie finde ich gleichgesinnte? Das Coming-out ist geschafft, doch was jetzt? Irgendwie fühlst du dich alleine und möchtest Leute kennen lernen, die so sind wie du. Nur wie und wo? In jeder größeren Stadt kannst du als Schwuler einfach und schnell Sex haben. Ob in Cruising-Zonen (zum Beispiel am Abend in Parks) oder Klappen (öffentliche Toiletten, meist auf Bahnhöfen) - man sieht sich, kommt sich näher und hat Sex. Wirklich jemanden kennen lernen und Freundschaft schließen wird man auf diesem Weg aber kaum. Auch in der sogenannten Szene (Lesben/Schwulen-Bars, Saunen, Discos...) geht es oft auch nur um eine „schnelle Nummer“. Kontaktanzeigen und Chatrooms bieten dahingehend eine kleine Alternative. Wenn du Leute kennen lernen willst, kannst du dich auch an eine Lesben/Schwulen-Gruppe wenden. So groß auch die Überwindung sein mag, dorthin zu gehen, so groß wird die Erleichterung sein, wenn du merkst, dass du nicht alleine bist. wie sag’ ich es freunden und familie? Die erste Hürde ist geschafft, du hast dir eingestanden, dass du lesbisch/schwul bist. Deine FreundInnen werden dein Coming-Out sicher locker aufnehmen. Aber vergiss nicht, dass auch sie Zeit brauchen, um sich damit auseinanderzusetzen. Du hast es satt, deine Eltern ständig zu belügen, wenn es um das Thema FreundIn geht. Du möchtest dich vor deinen Eltern outen! Sei dir bewusst, dass ihre Reaktion nicht unbedingt deinen Vorstellungen entsprechen könnte. Du musst bedenken, dass du deine Eltern ins eiskalte Wasser wirfst, und es kann einige Zeit in Anspruch nehmen, bis sie dich so akzeptieren, wie du bist. Falls deine Eltern überhaupt nicht damit zurecht kommen, wende dich an eine Beratungsstelle, die auf solche Fälle spezialisiert ist. Die meisten Eltern stehen aber zu ihrem Kind und gewöhnen sich an die für sie unerwartete Situation. Sich an diesen wichtigen Schritt heranzuwagen, braucht viel Mut und er sollte erst unternommen werden, wenn du dich selbst akzeptiert hast. schule und arbeit Geschafft? FreundInnen oder auch Eltern wissen Bescheid? Da ist es selbstverständlich, dass du auch in der Schule oder am Arbeitsplatz dein Coming-Out haben möchtest. In der Schule wird es kein großes Problem darstellen. Die meisten Jugendlichen sind sehr gut informiert und gehen locker mit dem Thema Homosexualität um. Warte auf den richtigen Moment - vielleicht gibst du damit ja auch anderen SchülerInnen Mut, sich zu outen. Ob als Lehrling oder als ArbeitnehmerIn: Hier wird es sich sicher als schwieriger erweisen. Überleg’ dir, wie KollegInnen und Arbeitgeber reagieren könnten und ob es dir Vorteile oder Nachteile bringt, dich zu outen. Es darf dir zwar durch deine sexuelle Orientierung rechtlich gesehen kein Nachteil entstehen, nur schaut es in der Praxis leider noch etwas anders aus. Also ob Schule oder Job: überleg dir gut, ob es sich lohnt sich zu outen und was es mit sich bringen kann. Wenn du dir aber sicher bist, dann nichts wie los! Schließlich hast du schon andere Hürden geschafft! lesbisch - schwule lebensformen Du hast den Wunsch nach Sicherheit, Vertrauen, Geborgenheit? Du sehnst dich nach einer festen Beziehung und nicht nur nach Sex? Eine Beziehung bedeutet aber auch viel Arbeit an sich selbst. Das offene und ehrliche Gespräch ist das Wichtigste in einer Beziehung, um klar zu stellen, was jeder darunter versteht. Es gibt auch Schwule/Lesben, die eine offene Beziehung vorziehen. Sie lieben das Gefühl, Sex zu haben mit wem man gerade möchte und trotzdem zu wissen, wem das Herz gehört. Manche können auch der Versuchung eines Seitensprungs/One-Night-Stands nicht widerstehen. Auch der Wunsch nach einem Dreier könnte auftauchen. Viele finden diese Art Sex zu haben als die Erfüllung schlechthin, andere aber als verwirrend und kompliziert. Für welche Form einer Beziehung man sich auch entscheidet, wichtig ist das offene Gespräch, und sich nie zu etwas überreden zu lassen was man eigentlich nicht will.
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